Häkelkette

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Samstag, 30. Juli 2016

Buchvorstellung: "Die Holunderschwestern" von Teresa Simon


Auf das Buch der heutigen Woche bin ich ganz zufällig gestoßen. Ich hatte Lust mal wieder einen Familienroman zu lesen und fand das Titelbild recht ansprechend, deshalb habe ich dann mal den Klappentext gelesen:

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?


Die Entscheidung für dieses Buch fiel mir daraufhin nicht schwer. Das Buch beginnt im Jahr 2015 mit der Urenkelin Katharina, einer in München lebenden Restauratorin. Sie ist gerade dabei ein Mittagessen nach einem Rezept ihrer Urgroßmutter Fanny für sich und ihre Freundin zu kochen, als plötzlich ein Fremder in ihrer Wohnung steht. Er stellt sich als Alex Bluebird vor und ist aus London gekommen um ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter zu bringen. Katharina fällt aus allen Wolken, kann sie sich doch so gar nicht vorstellen, wie diese Bücher nach London gelangen konnten. Aber dann siegt die Neugier und sie fängt an zu lesen:
Nach dem Tod der Mutter 1918 beschließt Fanny, das Elternhaus in Weiden zu verlassen um ein besseres Leben in München zu beginnen. Ihre Bruder hat ihr in München bereits eine Stelle als Weißnäherin beschafft, nicht gerade eine Tätigkeit die sie liebt, aber ein Anfang. Traurig ist sie nur, dass sie in Weiden auch ihre Zwillingsschwester Fritzi zurücklassen muss. Gleich im Zug lernt sie die Familie Rosengart kennen, die ebenfalls auf dem Weg nach München ist und dort ein neues Zuhause beziehen will. Fanny schließt mit der Tochter gleich Bekanntschaft und  diese gibt ihr ihre Adresse. Fanny tritt ihre neue Stellung an, als es dort aber immer unerträglicher wird und die Situation eskaliert erinnert sich Fanny an die Adresse der Familie Rosengart. Sie läuft dorthin, in der Hoffnung Hilfe bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle zu finden und wird gleich von der Familie Rosengart als Köchin engagiert. Für Fanny beginnen glückliche Zeiten auch wenn die Umstände immer schwieriger werden......
Katharina will die Tagebücher auch ihrer Mutter und ihrer Tante zeigen, stößt dabei aber eher auf Ablehnung. Das lässt ihr keine Ruhe und umso mehr möchte sie die Familiengeschichte ganz kennen lernen.........

Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Es wechselt zwischen zwei Erzählebenen, der Gegenwart und der Zeit von 1918 - 1936. Katharina erfährt viel über ihre Familie und kommt dadurch auch ihrer Mutter näher. Besonders interessant fand ich aber die Geschichte von Fanny, die auch die Geschichte Münchens zwischen den Weltkriegen erzählt. Man nimmt Teil am Leben der Künstler in dieser Zeit und erlebt wie der Nationalsozialismus aufkommt und das Leben vor allem der jüdischen Familien immer schwieriger wird.

Das Buch ist ein wunderbarer Unterhaltungsroman, der aber nicht  seicht und oberflächlich daher kommt. Ich habe es sehr gerne gelesen und wenn ihr noch eine fesselnde Urlaubslektüre braucht, dann kann ich euch dieses Buch nur empfehlen.

Kommentare:

  1. Danke, für den Hinweis auf dieses Buch... Ich lese solche Romane auch sehr gerne und bin immer froh, wenn ich entsprechende geschichten finde. Mag keine Krimis, Horror oder böse Geschichten. Ebensowenig "Groschenromane", also wenig anspruchsvolle Liebesromane. Liebe Grüße aus dem Waldviertel

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  2. Vielen Dank für die Buchvorstellung. Habe es mir gestern gekauft und sofort losgelesen. Die Sprache gefällt mir und es ist spannend. Dir einen schönen Tag, liebe Grüße aus Hamburg, Marion

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